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Emilia Licht   

 

Achtung! Neues Buch "Aus Deiner Sicht" erscheint am 30.01.2016! 

Kennen Sie Jeopardy? Das Quiz, bei dem man die richtigen Fragen zu den Antworten finden muss? So in etwa funktioniert diese Rubrik. Ich gebe Antworten auf Fragen, die mir ziemlich häufig gestellt werden. Finden Sie heraus, welche es sind.

 

 

Frage …

Ich kann leider kein bestimmtes Datum nennen, an dem ich meine erste Geschichte geschrieben habe. Es war auch nicht so, dass ich mich an einem Tag X an meinen Schreibtisch gesetzt habe, den Blick hinaus über die Wiesen hinunter zum Fluss gerichtet, mit dem festen Vorsatz, ab heute bin ich Schriftstellerin. Das könnte daran liegen, dass vor meinem Fenster weder Wiese noch Fluss sind, ich vermute daher, es war ein allmählich wachsender Wunsch. Ich erinnere mich, dass Bücher bereits in meiner Kindheit eine große Rolle gespielt haben, und daraus ist dann eines Tages wohl die Idee zu einer ersten Geschichte entstanden. In der Schule habe ich Aufsätze weitaus lieber geschrieben, als Mathematikarbeiten. Aus den ersten kleinen Geschichten wurden irgendwann erste längere Geschichten. Und je mehr ich schrieb, desto mehr Freude hatte ich daran. Im Jahr 2004 habe ich zum ersten Mal darüber nachgedacht, etwas zu veröffentlichen. Aber bis es dann soweit war, vergingen weitere sieben Jahre, denn mir war bewusst, dass mir das Handwerkszeug, die Erfahrung, die Schreibtechnik und das Wissen um die Regeln im Literaturbetrieb fehlten.

 

Frage …

Albert Schweizer hat einmal gesagt: „Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.“

Der Mann hat Recht, oder? Die Liebe ist für mich ein so unerschöpfliches Thema, dass ich einfach gern über sie schreibe. Es gibt tausenderlei Wege sie zu finden und wieder zu verlieren; Schicksale, Wendungen, Begegnungen. Die Liebe ist meiner Meinung nach die Hauptantriebskraft, die Menschen dazu bringt, etwas zu tun, was sie sonst vielleicht nie getan hätten. Genauso wie sie Menschen davon abhalten kann, etwas weiterhin zu tun, was sie lange gewohnt sind. Die Liebe verändert die Menschen. Und ich finde es spannend, mir immer wieder die Frage zu stellen:

„Was wäre, wenn …?“

 

Frage …

Das kommt ganz darauf an, wie umfangreich das Buch wird und wieviel ich recherchieren muss. Außerdem ist „schreiben“ und „an einem Buch arbeiten“ nicht zwangsläufig dasselbe. Denn bevor ich beginne, den eigentlichen Roman zu schreiben, plane ich die Geschichte ziemlich ausführlich. Auf diese Weise vergehen durch aus zwei bis vier Monate, ehe ich auch nur einen einzigen Satz geschrieben habe. Wenn ich dann aber einmal angefangen habe, komme ich umso besser voran und kann einen Roman von ca. 250 Seiten in drei bis sechs Monaten fertig stellen.

 

Frage …

Die Handlungsorte schaue ich mir nach Möglichkeit selbst an, denn ich reise gern und das ist doch ein wunderbares Alibi dafür. Ansonsten nutze ich das Internet, Bibliotheken, ich lese Bücher zum Thema, und nehme Kontakt mit Experten des jeweiligen Fachgebietes auf. Während der Vorbereitungen für meinen Roman „Von Mauern und Flammen“ habe ich z.B. mehrere Gespräche mit Zeugen der Brandnacht von Weimar geführt, als die berühmte Herzogin-Anna-Amalie-Bibliothek in Flammen stand. Solche Interviews sind unersetzlich, will man etwas über die Stimmung und die Atmosphäre in seinem Roman transportieren.

 

Frage …

Wenn ich das so genau wüsste, würde ich mir den Ort in einer Karte einzeichnen. Nein, ein Scherz. Meistens blitzt die Idee für eine neue Geschichte völlig unvermittelt in meinem Kopf auf. Das kann in jeder Situation sein. Beim Spaziergang, beim Bügeln, im Gespräch mit Freunden, während ich einen Zeitungsartikel lese, beim Musik hören. Es ist auch nicht immer gleich eine vollständige Idee. Manchmal spukt mir irgendeine bemerkenswerte Figur durch meine Träume, oder ich schnappe irgendwo ein Zitat auf. Und weil diese Ideen so unberechenbar sind, habe ich IMMER etwas zu schreiben dabei. Immer.

 

Frage …

Möglichst täglich. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass längere Schreibpausen dazu führen, dass ich schwer wieder in den Text hineinfinde. Außerdem bin ich selbst immer neugierig, ob die Geschichte, die ich mir ausgedacht habe, auch so bis zum Ende funktioniert.

Durch meinen Hauptberuf muss ich praktisch jede Gelegenheit fürs Schreiben nutzen. Daher habe ich mir antrainiert, möglichst unabhängig von Zeit und Ort zu schreiben. Ich kann es am Schreibtisch genauso gut wie in der Bahn, im Flugzeug, am Strand, im Café oder auf dem Sofa.

 

Frage …

Ja und nein. Natürlich fließen in alle meine Geschichten auch persönliche Erfahrungen und Begegnungen mit anderen Menschen ein. Aber meine Romanfiguren sind eher ein Mosaik aus verschiedenen Facetten verschiedener Menschen.

 

Frage …

Natürlich lese ich am liebsten Bücher, die meinem Genre entsprechen. Besonders gern lese ich umfangreiche Liebesromane, tragische Familiengeschichten und auch heitere Frauenromane. Dabei versuche ich möglichst viele Autoren, auch aus dem Ausland, zu berücksichtigen, lese aber sehr gern Bücher von Kolleginnen und Kollegen aus dem deutschsprachigen Raum.

 

Frage …

Diese Frage wird mir sehr, sehr häufig gestellt. Wenn es jemand wirklich ernst damit meint, dann frage ich immer, ob demjenigen bewusst ist, wieviel Arbeit hinter einem Buch steckt, wie schlecht die Bezahlung vergleichsweise ist, und ob er nicht über irgendein anderes Talent verfügt, dem er lieber nachgehen möchte.

Wenn es diesem Menschen allerdings ernst ist, dann rate ich dazu, die Bücher zu analysieren, die ihn am meisten beeindruckt haben. Finden Sie heraus, warum das so ist. Und dann versuchen Sie es selbst. Schreiben ist Handwerk. Es gibt Bücher darüber, Online-Schreibkurse, Foren, Vereine, usw. Man kann sich die Technik aneignen, etwa so wie ein Maler. Doch das allein macht natürlich noch keinen Autor aus. Übung macht den...